Die neue Uhrengeschichte

1812 der Veroneser Physiker Zarnboni erfindet das erste Trockenelement - die Batterie – die Zamboni'schen Säulen.
1815 Kleinuhren mit Leuchtzahlen auf dem Zifferblatt werden hergestellt.
der Münchner Professor Ramis verursacht mit seiner elektrisch angetriebenen Uhr ziemliches Aufsehen. Ramis verwendet Zamboni Säulen.
1820 findet Oersted in Kopenhagen die Ablenkung der Magnetnadel durch den elektrischen Strom.
1825 baut der Engländer Sturgeon die ersten Elektromagneten
1826 stellt der Erlanger Professor Georg Simon Ohm sein fundamentales „0hm' sches Gesetz“ auf.
Ampère, André Marie (1775-1836), französischer Mathematiker und Physiker, erfand die Basiseinheit des elektrischen Stromes mit dem Einleitenzeichen A=Ampere
1839 Carl August Steinheil erfindet in München ein System elektrischer Haupt- und Nebenuhren (Bayr, Patent vom 2.10.1839).
1840 erfolgt die Inbetriebnahme der ersten Uhren an läge mit Haupt- und Nebenuhren in einem Münchner Erziehungsinstitut.
Wheatstone hat unabhängig von Steinheil seinen (und Cooke's) Zeigertelegraphen nur Mitteilung der Zeit benutzt, wie es geheißen hat.
Der Engländer Bain konstruiert ein brauchbares elektrisches Zeigerwerk, Daneben baut Bain die erste Uhr, deren Triebkraft nicht ein Gewicht oder eine Feder, sondern der Elektromagnet war.
1852 baut der Mechaniker Halske nach Angaben von Werner Siemens eine Nebenuhr mit einem neutralen Magnetsystem, das bei minütlicher Erregung durch eine Klinke am Elektromagnetanker auf ein Klinkenrad und Zeigerwerk einwirkte f Schrittschaltwerk ).
1857 erfindet, der Franzose Jules Lissajou den ersten Stimmgabel-Resonator, den er mit einem Elektromagneten erregte.. 
1860 erfindet der Uhrmacher Matthias Hipp aus Blaubeuren (1813-189S) in Zürich die Pendeluhr mit direktem, elektrischem Antrieb (das elektrische Pendel).
1865 Aufkommen der ersten Leclanche-Batterien (Kohle-Zink-Elemente), die zunehmend für elektrische Uhren Verwendung finden.
1880 wird der Magnetaufzug der Zugfeder patentiert (DRP 12649)
1880 Entdeckung der Piezoelektrizität bei Kristallen durch die Gebrüder Curie in Paris, während in England die letzten Spindeltaschenuhren (Country-Watches) gebaut werden !
1881 Allgemeine Verwendung von polarisierten Systemen in Nebenuhren mit Wechselstrombetrieb, nachdem E. Stöhrer bereits 1849 polarisierte Systeme in seinen Nebenuhren angewandt hatte.  
1890 Mit der Verwendung von polarisierten Systemen in Nebenuhren werden Hauptuhren für Stromimpulse wechselnder Richtung benötigt, Neben einem Gehwerk für den Antrieb der Zeitanzeige war ein Kontaktlaufwerk Für den Betrieb der Nebenuhren vorgesehen.
1891 Erfindung des Nickelstahls (Invar) von Professor Ch. Guillaume;Erfindung der Riefler-Hemmung.
1898 baut die Firma Siemens & Halske für die Reichsbahn eine Einrichtung zum Aussenden eines amtlichen Zeitzeichens über die Telegraphenleitungen.  
1900 Aufkommen von elektrischen Einzeluhren mit elektromagnetischem Antrieb eines Halbsekunden-Pendels
1905 die ersten Signalschaltwerke für Schulen und Fabriken kommen in den elektrischen Uhrenanlagen mehr und mehr nur Anwendung. Einführung von elektrischen Nebenuhren in mechanische Turmuhrwerke zur zentralen Steuerung der Turmuhr von einer Hauptuhr aus.  
1914 Siemens & Halske in Berlin baut die ersten Turmuhrwerke ohne Antriebsgewichte und Seiltrommel. Ein vom Netz betriebener Elektromotor dreht über Zahnrod- und Schneckenantrieb die Zeiger direkt. Seit 1903 sind jedoch schon Elektromotoren zum Aufzug von mechanischen Uhren bekannt.
Synchronisierung von Uhrpendeln durch Stromimpulse von einer übergeordneten elektrischen Hauptuhr.
1918 Der Physiker Langevin verwendet für seine Ultraschallversuche als erster Schwingquarze
1919 stellt H. M. Dadourian die erste Gebrauchsuhr mit Stimmgabel Zeitregler vor  
1921 Quarzkristalle werden zur Frequenzstabilisierung von Röhrenoszillatoren verwendet. Damit ist die Grundlage zur Herstellung von Quarzuhren geschaffen. Der Rundfunk sendet das ONOGO-Zeitzeichen.  
1923 Die Warren Telechron Cie. in den USA führten die Synchronuhr ein; als erste deutsche Firma nimmt die AEG die Fertigung von Synchronuhren 1927 auf.  
1924 Erfindung der Kontaktpendeluhr mit Magnetantrieb durch die Uhrenfabrik Hatot in Paris, während die Schweizer Uhrenfabrik A. Schild in Grenchen fertigt die ersten Automatik-Armbanduhren
1925 Der sowjetische Techniker O.W. LOSEW unternimmt erste Versuche zur Entwicklung verstärkender Halbleiterbauelemente (Transistoren).  
1926 Der Uhrmacher HERMANN GOERTZ vollendet die astronomische Präzisionsbodenstanduhr in der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte.  
1930 fertigt Junghans die ATO-Pendeluhr  
1927       Warren A. Marrison baut die erste Quarzuhr ("Cristal Clock“) in den Bell Telephone Laboratories in New York. Er benutzt einen großen Quarzschwinger, der 4.000 Schwingungen in der Sekunde ausführt; die Anlage umfasst ein großes Zimmer. 
um 1930   Die industrielle Massenfertigung von Armbanduhren beginnt, nachdem etwa ab 1790 Armbänder mit Schmuckuhren als Einzelstücke gefertigt wurden.  
1932 veröffentlichen U, Adelsberger und A. Scheibe die erste Mitteilung über die von ihnen in der PTR (Physikalisch-Technischen Reichsanstalt) in Braunschweig entwickelten und konstruierten Quarzuhren als Zeitstandards  
1938 Beginn der Halbleitertechnik durch die Erfindung einer Halbleiter Diode durch W.Schottky, nachdem F.Braun bereits um 1880  Gleichrichtereigenschaften bei Kontakten zwischen einem beliebigen Metall und Halbleiter festgestellt hat.
1946
-1948
Entwicklung des Transistors durch J. Bardain und W. H. Briton in den USA und damit Einstieg in die Halbleitertechnik. Aus die sem.- elektronischen Bauelement entwickelt sich die Halbleitertechnik und Mikroelektronik, die die heutige Elektrouhrentechnik beherrschen.  
1946  Der amerikanische Physiker Willard Frank Libby erfand die Atomuhr. 
1948 Die US-amerikanischen Physiker WALTER HOUSER BRATTAIN und JOHN BARDEEN schaffen den Spitzentransistor (unter anderem Voraussetzung zur Herstellung elektronischer Uhren).
1949 WILLIAM BRADFORD SHOCKLEY, US-amerikanischer Physiker britischer Herkunft, entwickelt den Flächentransistor (unter anderem Voraussetzung für elektronische Schaltkreise in Quarzuhren).
1950 Batteriebetriebene Großuhren mit Elektromotor bzw. mit magnetischem Unruhschwingsystem werden hergestellt.  
1952 Erste Prototypen von Armbanduhren mit elektrisch angetriebenen Unruhschwingsystemen werden produziert.
Die anfällige Steuerung mittels Kontakte findet bald einen Ersatz ; den Transistor. Auch die Unruhe, als Zeitbestimmendes Element, wird bald durch ein neues System ersetzt.
1954 baut der Schweizer Ingenieur Max Hetzel der Bulova Watch Company in Biel mit seinem Mitarbeiter Niklaus die erste elektr.. Kleinuhr mit Stimmgabelschwinger von 360 Hz als Schwingsystem.  
1954 Pendeluhren die Transistoren vorwenden. Die Kontaktsteuerung wird durch Transistoren ersetzt.  
1955 Die Cäsium-Atomuhr, die ab 1964 praktisch angewandt wird, wird in Großbritannien entwickelt  
1957 HAMILTON (USA) beginnt die Serienfertigung einer elektrischen Armbanduhr. Als physikalisch- technische Einheit wird der Begriff der Ephemeridensekunde eingeführt.
1958   Erstmals erscheinen elektronische Großuhren mit durch Transistoren gesteuerten und direkt angetriebenen Unruhschwingsystemen. Im Funkwerk Erfurt wird die Industriequarzuhr serienmäßig gefertigt.
Der erste integrierte Schaltkreis (ein Flipflop) wurde von Jack Kilby entwickelt
1959 Die ersten Unruh-Armbanduhren, die mittels Transistor betrieben werden. die erste elektronische Armbanduhr, bei der die übliche Hemmung durch eine kleine Stimmgabel ersetzt wird. Bei diesem System kann nur mehr ein Schalt-Transistor die elektromagnetischen Schwingkreise steuern.
Auch die Stimmgabeluhr findet ihr Ende durch die Entwicklung der Quarzuhr die nun zur tragbaren Größe entwickelt wurde. Integrierte Schaltungen erübrigen die bisher benötigte Vielzahl von separaten elektronischen Bauelementen bei elektronischen Uhren.  
1960

BULOVA (USA/Schweiz) bringt die von Max Hetzel entwickelte Stimmgabel-Armbanduhr ACCUTRON auf den Markt.  
Quecksilber-, Silberoxid- und später Lithium- Mikrobatterien (Knopfzellen) werden entwickelt und in Armbanduhren ein- gesetzt.  

1964

konnten Armbanduhren mit Mikrostimmgabeln serienmäßig hergestellt werden.
Das Internationale Komitee für Maß und Gewicht definiert den Begriff der Sekunde neu als ein physikalisches Zeitnormal.  

1965 folgt die Quarzgroßuhr und 4 Jahre später stellt die Firma Junghans die erste in der Bundesrepublik bekannt gewordene batteriebetriebene Quarzuhr, das Modell "Astro-Chron" vor.
Als Teilerschaltungen in Quarzarmbanduhren kommen integrierte Schaltkreise (IC) zur Anwendung. SIMON-VERMOT (Schweiz) konstruiert für Armbanduhren Unruhschnellschwingsysteme mit 8 bis 10 Halbschwingungen je Sekunde.  
1967

Es existiert ein Prototyp einer Quarzarmbanduhr.  
Das Internationale Komitee für Maß und Gewicht legt den Begriff der physikalisch- technischen Einheit Sekunde neu nach der Caesiumatomuhr fest.  

1968 Schweiz, ETA: Einführung der ersten automatischen Herrenarmbanduhr mit Datum, Wochentag und Schnellkorrektur für beide Anzeigen.  
1969  

Armband-chronographen mit automatischem Aufzug kommen auf den Markt. Der erste wird von ZENITH herausgebracht, kurz darauf folgt ein Modul-chronograph eines Schweizer Firmenkonsortiums (Breitling, Heuer, Büren Und Dubois-Dépraz) sowie ein japanischer Automatik-Chronograph von Seiko.

Durch die Low-Power-Technik haben Quarzarmbanduhren einen so geringen Stromverbrauch, dass die Batterien ein Jahr ausreichen. Am 7.0ktober wird die Weltzeituhr von E. JOHN auf dem Alexanderplatz in Berlin aufgestellt.  

1970

Auf der "Basel 70" stellen verschiedene Firmen die ersten Quarz-Armbanduhren vor. Die Mikroelektronik in Uhren tritt ihren Siegeszug an, 30 Jahre hat es gedauert, bis die röhrengesteuerte Quarzuhr mit ihrem Raumbedarf von ca. 15 Kubikmetern zu einer Gebrauchsuhr wurde, die weniger als 3 Kubikzentimeter braucht.  

1975 ETA bringt das flachste industriell hergestellte Automatikwerk mit Zentralsekunde, Datumanzeige und Schnellkorrektur auf den Markt (Kaliber 2892).  
1977  Der Engländer George Daniels erfindet die besonders reibungsarme Koaxialhemmung. Zu diesem Zeitpunkt hat niemand ein Interesse an einer Verbesserung der mechanischen Uhr, daher kommt es nicht zu einer Serienproduktion. Daniels baut die neuartige Hemmung in seine eigenen, in Kleinstserie produzierten Uhren ein.  
1978

die flachste Quarzarmbanduhr von nur 1,98 mm Dicke ändert das Design der Kleinuhr  
Es wird ein Patent erteilt an die EBAUCHES S. A. für eine quarzgesteuerte mechanische Armbanduhr. Dieses Patent wird bis zu seinem Ablauf nicht genutzt.
Der traditionelle Werkhersteller ADOLF SCHILD fusioniert mit der ETA.
Die Produktion der weitaus meisten AS-Werke, u. a. sämtlicher Weckerwerke, wird eingestellt.  

1979 Die Produktion des schweizer Automatik-Modul-chronographen wird eingestellt.  
1980 Die elektronische Armbanduhr, die Quarzuhr, entwickelt sich zu einem elektronischen Armbandinstrument mit Datenspeicher (Mikrocomputer) und Sensoren zur Überwachung (z.B. der Körperfunktionen wie Blutdruck, Pulsschlag, Temperatur).
Die flachste Quarzuhr der Welt, die Delirium IV mit einer Höhe von 0,98 mm wird in der Schweiz vorgestellt. 
1981 Allgemeine Verwendung von polarisierten Systemen in Nebenuhren mit Wechselstrombetrieb, nachdem E. Stöhrer bereits 1849 polarisierte Systeme in seinen Nebenuhren angewandt hatte.  
1984 Die Fernseharmbanduhr mit einem Bildschirmgröße von 17 mm x 25 mm erscheint auf dem Markt.

home