Handaufzug-/ Automatic Chronographen Hemmungen Komplikationen Geschichte der Antike Geschichte der Neuzeit
Die Hemmung, das Herz der Uhr! Es ist das allen bekannte TICK-TACK, das von der Hemmung  kommt. Sie verhindert dass das Aufzugsgewicht zu Boden rasselt oder die Aufzugfeder sich in sekundenschnelle entspannt. Sie sorgt dafür, dass das Pendel (bzw. die Unruh) gleichmäßig schwingt und somit den gleichmäßigen Ablauf des Räderwerks regelt. 
Es gibt viele verschiedene Konstruktionen, welche im Laufe der Entwicklung immer wieder qualitativ verbessert wurden.

Nach der Konstruktion unterscheiden wir:

  • die rückführende Hemmung (Spindel-, Haken-, Rollenhemmung),
  • ruhende Hemmung (Graham-Hemmung),
  • freie Hemmung (Riefler-, Strasser- , Schweizer-Hemmung)

Die meist verwendete Hemmung in den Uhren ist die

Schweizer Ankerhemmung (movie

Sie gehört zur Gruppe der freien Hemmungen, das bedeutet, daß das Schwingsystem (Unruh, Pendel) in den Genuß kommt, zeitweise frei zu schwingen. Es ist von der Arbeit befreit, das Räderwerk phasenweise zurückdrehen zu müssen wie bei rückführenden Hemmungen. Ganz arbeitslos ist es während dieser Phase dennoch nicht, weil es immerhin noch die Ruhereibung (auslöse-Impuls) überwinden muß, die durch den stetigen Kontakt des Gangreglers mit dem Räderwerk entsteht. 

Der Stiftankergang

(bzw. Scherenhemmung) erfindet Louis Amant, (Paris1741) für Turmuhren neu. Diese war allerdings bereits im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei erfunden worden, wurde bei der Turmuhr des Palazzo Vecchio in Firenze angewandt und war nur in Vergessenheit geraten.

1751 J. A. Lepaute verbessert die Stiftankerhemmung und führt diese für Wand- und Stutzuhren allgemein ein.
1798 erfindet der Schweizer L. PERRON die Stiftankerhemmung für tragbare Uhren.
1868 Geor Friedrich ROSKOPF beginnt in der Schweiz mit der Herstellung von einfachen, von den bis dahin bekannten Konstruktionsprinzipien abweichenden, billigen zuverlässigen Taschenuhren. der Stiftankerhemmung wurde außer in Roskopftaschenuhren überwiegend in Weckern eingesetzt .

Chronometer-Hemmung

Erfunden 1750 von PIERRE LE ROY. Chronometer sind besonders aufwendig gebaute mechanische Uhren. Diese Präzisionsgeräte wurden in der Seefahrt zur Navigation sowie von Astronomen und Juwelieren für die Kalibrierung von Messgeräten verwendet. 
Den ersten erfolgreichen Chronometer baute 1761 der englische Uhrmacher John Harrison. Er war tragbar und besaß eine Kardanaufhängung, um den empfindlichen Mechanismus in einer waagrechten Lage zu halten. Wenn Sie eine Uhr mit Chronometerhemmung besitzen, haben Sie schon ein besonderes Stück.


Die UNRUHE

Das schwingende Teil der Hemmung. Es ist das eigentliche zeitbestimmende Element der Uhr. Damit störende Einflüsse gering gehalten werden, muss auch die Reibung minimiert werden. Die Lagerzapfen der Welle haben einen Durchmesser von nur 0,06mm und laufen in synthetischen Rubinlagern. Da diese sehr empfindlich sind, wurde das Stossicherungssystem " Incabloc" eingebaut.


ANDERE INTERESSANTE HEMMUNGEN:

    FÜR PENDELUHREN
  Kreuzschlag - Hemmung 1584
Großuhr Hemmung von Antoine Thiout L'Ainé
  Graham– Hemmung  1680 original  -  Graham-Hemmung  II.Version
  Hacken – Hemmung  1715
Schwerkraft-Hemmung (Riefler-System) 1740 von John Harrison und Erfinder des  Kompensations-Rostpendels mit welchem eine Präzision von 5-6 hundertstel Sek./Monat erreicht wurde.
Freie  " Détente" Hemmung von Le Roy 1748
  Strasser Schwerkrafthemmung
Freie Großuhrhemmung "Dètente" von Jurgensen (Dänemark)
Kuriose freie Hemmung von Thomas Reid (Großuhr 1804)
Rückführende Hemmung von De Béthune verwirklicht von Thiout
  Ruhende Scher - Hemmung von Amant
Halb-Rückführende Hemmung
Hemmung von E.J.Dent, für die Westminster-Turmuhr London-1853
Freie Großuhrhemmung "Dètente" von Ferdinand Berthoud
  Blechanker – Hemmung -ökonomische Herstellung des Ankers aus Stahlblech
  Rollenhemmung Eine eigenartige, aus einer kleinen Scheibe entstandene Ankerform (für kurze Pendel). Es ist eine halb rückführende und ruhende Hemmung. Typisch ist die hohe Zähnezahl (50-60) des Hemmungsrades.
  BROCOT-Hemmung -als Ankerklauen werden halbierte Stifte -oft aus Rubin- verwendet.

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  HEMMUNGEN FÜR TRAGBARE UHREN
 
Spindelhemmung
(techn. Zeichng.) 1450-1480 mit Folio (oder Löfelunruhe). Das älteste, bei tragbaren Uhren vorkommende Hemmungssystem. Erfinder war vermutlich ein Uhrmacher aus Norditalien, wo die frühesten tragbaren Uhren bezeugt sind. Eine etwas modifiziertere Version machte Peter Henlein um 1510 als den Erfinder der tragbaren Uhr berühmt. Die Funktionsweise ist im wesentlichen die gleiche wie bei der Spindelhemmung welche bis ca. 1700 verwendet wurde. Meist sieht man nach dem Öffnen des Uhrdeckels einen großen filigranen Unruhkloben, unter dem die Spindelnruhe schwingt.
Spindel-Hemmung von J.B. Dutertre  - Paris 1715 - 1742
Zylinderhemmung von Thomas Tompion erfunden, und von George Graham um 1715 entscheidend gebrauchsreif gemacht. Zwischen 1850 und 1920 war sie die verbreitetste Hemmung. Wie bei der Spindelhemmung, greift das Gangrad direkt in die Unruhwelle ein.
  Duplex Hemmung um 1724  (perspektive) von Jean Baptis Dutertre (Paris) und von Pierre Le Roy in Paris um 1750 so verbessert, dass sie speziell bei hochwertigen Uhren zwischen 1780 und 1840 besonders in Frankreich, England und der Schweiz weit verbreitet war.
  Chinesische Duplexhemmung von Charles E. Jacot (le Locle) 1830 (für Chinaexport)
Eigenartige Hemmung von Robert Robin, Paris 1791. Die Ankerpaletten haben keine Hebefläche, da das Hemmungsrad direkt in das Plateau eingreift.
kombinierte Duplex-Ankerhemmung 1860 von M.Ami S. Jeanrenaud (Schweiz)
  Kommagang (detail) 1750Erfinder teils Jean Antoine Lepine (1720-1814), und Jean-Andre' Lepaute (1720 bis 1788). Der senkrecht auf der Radebene angeordnete Zahn in Form eines Stiftes - liegt zunächst der Außenseite des gerundeten Impulshebels in Form eines »Kommas« an. Die Unruhe erhält ihren Impuls nur in einer Richtung.
Hemmung ausgeführt von P.Dubois (Paris 1858) aber mögl. Erfinder auch Antoine Tavan u. M.Pouzait (Schweiz)
  Die Spitzzahn Ankerhemmung ist eine frühe Form der Steinankerhemmung, auch englische Spitzzahnhemmung genannt.
  Kolbenzahn Ankerhemmung 1757 von Thomas Mudge. Viele Verbesserungen tüchtiger Uhrmacher - wie Josias Emery, George Margetts, Ferguson Cole (England), Abraham Louis Breguet (Paris) Georges Auguste Leschot (Genf) und Ferdinand Adolf Lange (Glashütte) - haben der Hemmung erst zu der heutigen Bedeutung verholfen. Während in England der freie Spitzzahnankergang noch bis 1900 verwendet wurde, hat sich dann der Schweizer Kolbenzahnankergang allgemein durchgesetzt.
 Ruhende Kleinuhr-Hemmung von Callaud, Paris 1825
  >Innovative aktuelle Hemmungen:
Coaxial-Hemmung von G. Daniels (Engl.) 1977, ein Projekt das erst 1999 kommerziell in Serie gefertigt wurde .
Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier......
Eine ankerlose Hemmung entwickelt von Dr. Ludwig Oechslin (Schweiz 2001 ) mit zwei aus reinem Silizium gefertigten Rädern.
  


www.uhrmacher-bz.org